Eltern-Mail: Ein unvergessliches Wiedersehen in Neuseeland

Am letzten Oktoberwochenende sind wir von unserer fünf-wöchigen Reise durch Neuseeland zurückgekehrt und haben schweren Herzens seitens unserer Tochter Melina sie mitbringen können. Es erfüllt uns mit Freude, wie Nicky Ewins (International Director, Kaiapoi High School) über Melina schreibt. Wir lernten sie in Kaiapoi kennen. Eine charmante Frau, die uns einen offenen Einblick in ihre Schule gewährte, von dem ich erzählen möchte.

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Es war Dienstag, der 26. September. Die Gastmutter von Melina gab uns ihren Wagenschlüssel und wir fuhren mit Melina zur Kaiapoi High School. War toll, gleich am 2. Tag nach unserer Ankunft ohne Erfahrung mit dem Linksverkehr, uns das Auto anzuvertrauen. Melina hatte uns in der Schule Tage vorher angekündigt und wir wurden herzlich von Nicky empfangen. Melina war für die Dauer unseres Besuchs vom Unterricht befreit worden und durfte uns Eltern durch die Schule führen. , was offensichtlich nicht so häufig vorkommt. Es wurde ausdrücklich von Nicky und Bruce Kearney (Schulleiter) unterstützt. Wir lernten Melinas Lehrer und Lehrerinnen kennen, indem uns Melina in die einzelnen Klassenräume während des Unterrichts führte. Sie stellte uns ihren Lehrern vor, ein wenig Smalltalk und Bekanntmachen bei ihren Schulkameraden, die ebenso neugierig auf uns waren und sich über uns freuten, dass wir in die Schule kamen. Umwerfend empfanden wir diese Lockerheit, Freundlichkeit und Offenheit. Wir fragten uns, ob das auch in Deutschland möglich wäre?

Von allen Lehrern erhielten wir ein überaus positives Feedback über unsere Tochter, die sich hervorragend integrierte und sich als fast echter Kiwi etabliert hatte. Die Englischlehrerin berichtet, dass Melina ihr „rock in the sea“ war. Wenn sie mal dringend aus dem Unterricht weg musste, wusste Melina die Klasse zu führen. Wir waren überwältigt. Nicky lud uns noch zum Schluss in ein Café ein und erzählte, dass sie sich die internationalen Schüler genau anschauen und wenn sie merken, dass die Einstellung und der Charakter stimmen, werden sie für den School Council vorgeschlagen. Melina wurde ja auch angesprochen und vertrat als „International Leader“ die internationalen Schüler im Schulsprechergremium.

Wieder zurück, durften wir einer Haka-Zeremonie der Kaiapoi Schüler zuschauen, die immer zum Ende eines Terms stattfindet. Mehrere Schüler fanden sich morgens früh am Strand zu sportlicher Betätigung ein. Anschließend zogen sie am langen Strick zwei Feuerwehrlastwagen durch den Ort bis aufs Schulgelände und führten den Haka-Tanz auf, ein uralter traditioneller Kriegstanz der Maoris. Zum Abschluss verabschiedeten sie sich gegenseitig mit dem Hongi-Gruß, ein großartiges Erlebnis!

Als dann nach einer Woche Aufenthalt bei der Gastfamilie der Start zur Rundreise anstand, kamen viele von Melinas Kiwi Freundinnen und Freunde, die, mit Tränen in den Augen, sie eng drückten und verabschiedeten. Sie hatten Melina tief in ihre Herzen geschlossen, die nun um den Verlust einer guten Freundin bluteten. Uns bewegte dieser Abschied sehr, der sich dann naturgemäß in die Länge zog.  Wie uns Melina später mitteilte, wird sich diese Klasse zum Jahresende auflösen, da es das letzte Level ist und sie damit ihre High School abgeschlossen haben, um weiterführende Berufsqualifikationen zu beginnen. Auch Melina hatte es schwer Abschied zu nehmen. Sie fand in Kaiapoi und Pegasus ein angenehmes Gast-Zuhause und ein freundschaftliches Umfeld, das seines Gleichen sucht.

Auf der sich anschließenden Rundreise über die Süd- und Nordinsel erlebten wir viel Interessantes und eine überwältigende Natur. Es würde jetzt den Rahmen der Mail sprengen, um über alles Erlebte zu berichten. Zwischendurch spielte Melina immer mal mit dem Gedanken, dass wir nach Christchurch zurückkehren könnten. Spätestens beim Übersetzen auf die Nordinsel wurde es ihr bewußt, dass ihr Aufenthalt in Neuseeland auch ein Ende hat.

Wir möchten uns ganz herzlich bei Ihnen und der überaus guten Betreuung bedanken, die nicht nur für unsere Tochter durch ihren neunmonatigen Schulaufenthalt eine Bereicherung war, sondern auch uns ermöglichte, ungeahnte Eindrücke von Downunder – auch die Kiwis bezeichnen ihr Land so –  zu erleben, die wir vorher nicht erahnt hatten. Für uns steht fest, Neuseeland ein zweites Mal zu bereisen.

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