Schulbesuche an der Sunshine Coast

Hier kommt nun die versprochene Fortsetzung meines Reiseberichts.

Von Hervey Bay bin ich zurück an die Sunshine Coast gefahren. Sie liegt etwa eine Stunde von Brisbane entfernt und macht ihrem Namen alle Ehre. Auch im australischen Winter herrscht hier Beach Life. Hier wird das ganze Jahr gesurft, gerne auch früh am Morgen, wenn die Wellen besonders gut sind.  Am Nachmittag sieht man viele Jugendliche, die sich mit ihren Freunden am Strand treffen.

Als erstes habe ich mir das Kawana Waters State College angeschaut. Es war der erste Schultag nach den Ferien und die neuen Internationals haben mich bereits in Uniform begrüßt. Die Schulgelände in Australien sind riesig, hier wird nicht in die Höhe, sondern in die Breite gebaut und entsprechend verwirrt waren die neuen Schüler noch. Von unseren ehemaligen Schülern hören wir immer wieder den Tipp, dass man diese Zeit der „Desorientierung“ unbedingt nutzen sollten, um australische Schüler anzusprechen und nach dem Weg zu fragen, um so neue Leute kennen zu lernen. Die Schule liegt direkt neben einem Aquatic Centre, wo erstklassiges Schwimmtraining bei einem ehemaligen Olympia-Coach genommen werden kann. Außerdem gibt es fußläufig eine Regattabahn und zahlreiche andere Sportmöglichkeiten (wie zum Beispiel auch einen modernen Skatepark). Die Schule hat ein Fußball-Exzellenz-Programm und starke Teams im Triathlon und im Water Polo. Ein weiterer Schwerpunkt der Schule liegt im Bereich Theater. Der nächste Strand ist fußläufig erreichbar und so gibt es auch tolle Wassersportmöglichkeiten.

Am nächsten Tag habe ich die Caloundra State High School besucht. In unmittelbarer Nähe liegen sechs Strände, Tennisplätze, ein Golfplatz und ein modernes Aquatic Centre (mit angeschlossenem Fitnessstudio und Skatepark). An der Schule gibt es zwei Tanzstudios und verschiedene Bands und Orchester (Schüler, die in einer der Bands oder dem Orchester sind, erhalten pro Woche eine kostenlose Musikstunde und können das jeweilige Instrument gebührenfrei an der Schule ausleihen). Populäre Sportarten an der Schule sind Fußball, Volleyball, Basketball und Oztag (eine Variante des Rugby). In der Nähe der Schule gibt es einen Gymnastic club. Alle Schüler werden ermutigt,  an (typisch australischen) Sportarten oder Nachmittagsaktivitäten teilzunehmen. Es gibt einen Sportkurs mit dem Schwerpunkt Surfen und auch das beliebte Fach Marine Studies. Was die Schule aber vor allem auch ausmacht, sind die beiden Koordinatorinnen (sie heißen beide Helen), die sich um die Internationals kümmern. Sie sind ein absolut tolles Team und man merkt, wie viel Spaß ihnen ihr Job macht.

Lena
Die beiden Helens und ich

Weiter ging es zur Bribie Island State High School. Die Insel gehört streng genommen noch gar nicht zu der Region Sunshine Coast, sondern zu Moreton Bay. Sie ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Von hier aus kann man mehrmals täglich mit Bus und Bahn in ca. 1,5 Stunden nach Brisbane fahren. Die Insel besteht größtenteils aus einem Nationalpark. Viele Einwohner aus Brisbane verbringen hier ihre Wochenenden oder den Urlaub. Auf der Insel selbst gibt es deshalb auch alles, was man für das tägliche Leben braucht. Es gibt viele kleine Läden, Cafés, natürlich Supermärkte, ein Kino, viele Sportmöglichkeiten und Strände! Von der Bribie Island State High School sind es 5 Minuten zu Fuß zum nächsten Strand. Die meisten Gastfamilien leben auf der Insel und haben auch selbst Kinder auf der Schule. Zwar gibt es auf Bribie Island alles, was man so braucht, aber trotzdem lebt man hier eher ein beschaulicheres Kleinstadtleben. Der größte Unterschied zu den anderen staatlichen Schulen an der Sunshine Coast ist wohl der, dass das internationale Programm der Schule deutlich kleiner ist. Hier geht man nicht mit dutzenden anderen Internationals zur Schule. Wer kein städtisches Umfeld braucht und schöne Strände liebt, ist hier genau richtig.

Im Bereich Sport liegen die Stärken der Schule besonders im Netball und im Rugby. Es gibt außerdem Tennisplätze, Handball- und Basketballfelder. Wird ein bestimmter Sport nicht über die Schule angeboten, gibt es in der Regel die Möglichkeit, ihn in einem Verein in der Nähe der Schule auszuüben.

Auch hier gibt es ein Musikprogramm, bei dem Schüler Instrumentalunterricht erhalten und es gibt die spannenden Fächer Marine Studies und Aquatic practices (boating) für die Jahrgänge 10, 11 und 12.

Immer mehr Schulen in Australien erwarten von ihren Schülern, dass sie ihre eigenen Laptops zum Lernen mitbringen. Manche Schulen (wie die Bribie Island SHS) verfügen aber auch über die Laptops, die man gegen Gebühr ausleihen und auch mit nach Hause nehmen kann.

In meinem nächsten Blogeintrag, erzähle ich euch von drei weiteren tollen Schulen an der Sunshine Coast.

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Hervey Bay und das Fraser Coast Anglican College

Hier kommt nun die Fortsetzung meines Australien-Reiseberichts.

Nach dem kurzen Aufenthalt in Brisbane habe ich meinen Mietwagen abgeholt und bin nach Hervey Bay gefahren. Das Fahren auf der „falschen“ Seite macht mich immer erstmal etwas nervös und dann bin ich erstaunt, wie einfach es eigentlich ist.

Nach einer langen und ermüdenden Autofahrt bin ich am Abend in Hervey Bay angekommen. Zum Glück gab es auf den Motorways in regelmäßigen Abständen Schilder mit Rätselfragen (erst die Fragen und dann einige Kilometer weiter die Antwort). Das hat beim Wachhalten wirklich geholfen und so habe ich u.a. gelernt, dass Fraser Island die größte Sandinsel der Welt ist.

Am nächsten Morgen bin ich früh zu einer Whale Watching Tour Richtung Fraser Island aufgebrochen. Leider war es zu früh in der Saison, um tatsächlich Wale zu sehen (ab Ende Juli garantieren die dortigen Tourenanbieter, dass man Buckelwale zu sehen bekommt), aber dafür haben mehrere Delfine minutenlang unser Boot begleitet und ich habe viele riesige Meeresschildkröten beim Luftholen beobachten können. Auch die Insel selbst ist mit ihrem weißen Sand und dem kristallklaren Wasser wunderschön und ich würde gerne wiederkommen und hier mehr Zeit verbringen. Einige Schulen in Queensland bieten zum Beispiel im Rahmen des Fachs „Marine Studies“ mehrtägige Ausflüge nach Fraser Island an (mit Campen am Strand).  Das sollte sich niemand entgehen lassen!

Meer

Nach der Bootstour habe ich das Fraser Coast Anglican College besucht. Eine Privatschule, mit der wir schon seit vielen Jahren zusammen arbeiten. Die Schule hat etwa 800 Schüler. Auf dem Campus sind auch die Grundschule und der Koala Kindy (Kindergarten) untergebracht. All das sorgt für eine sehr familiäre Atmosphäre, in der jeder neue Schüler schnell seinen Platz findet. Das Gelände der Schule ist 25 Hektar groß und erinnert an einen Park. An dem Tag meines Besuchs war ein „pupil free day“, es war der letzte Ferientag und nur die Lehrer waren da, um alles für die Ankunft der Schüler vorzubereiten. Statt der Schüler waren dutzende Kangaroos auf dem Schulgelände zu sehen. Eines sogar mit Joey (Baby)  im Beutel. Mehr Australien-Klischee kann man sich doch wirklich nicht wünschen (-:

Känguruh

Die Schule verfügt über ein gutes Musikprogramm (es gibt mehrere Bands und ein Orchester und gegen Gebühr können Schüler Instrumente ausleihen und Privatunterricht nehmen). Außerdem gibt es das Fach Marine Studies (ab dem Year 11) und ein Outdoor Education-Programm. Wer möchte, kann einen Tauchkurs belegen.

An der Schule wird Französisch unterrichtet und in der Regel ist es möglich, andere Fremdsprachen über eine Fernschule zu lernen.  Die Schule hat gute Hockey-, Rugby- und Fußball-Teams.

Das Fraser Coast Anglican College ist eine konfessionelle Schule. Jeder Schüler belegt hier das Fach RAVE (Religious and Values Education). Es wird mit dem nötigen Respekt behandelt, aber auch mit der typisch australischen Lebensfreude und Lockerheit unterrichtet. Konfessionelle Schulen in Australien darf man sich nicht als strenge Klosterschulen vorstellen. Oft sind sie besonders fortschrittlich und im Religionsunterricht werden unterschiedliche Lebenskonzepte betrachtet.

So, das war es erstmal wieder für heute. Im nächsten Teil erzähle ich euch von meinen Schulbesuchen an der Sunshine Coast.

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