Anzac Day

Diese Woche wurde am 25. April in Australien und Neuseeland der Anzac Day gefeiert. Der Anzac Day ist für beide Länder einer der bedeutensten Feiertage. Aber was genau passierte am Anzac Day und wofür steht überhaupt „Anzac“? Hinter der Abkürzung verbirgt sich das „Australian and New Zealand Army Corps“, welches zu Anfang des ersten Weltkriegs gegründet wurde. Ihren ersten Einsatz haben die Anzacs an jenem denkwürdigen 25. April 1915, an welchem tausende junge Männer die Halbinsel von Gallipoli in der heutigen Türkei stürmten und dabei zum großen Teil ihr Leben lassen.

Doch wie kam es überhaupt dazu? Anfang November 1915 tritt das Osmanische Reich in den Krieg ein, um auf der Seite Deutschlands, Österreich-Ungarns und Bulgariens zu kämpfen. Dies verändert das Kräfteverhältnis im Mittleren Osten maßgeblich und stellt eine große Bedrohung für die Briten dar, für die der Suez-Kanal die wichtigste Verbindung zwischen Europa und Asien ist. Nach einer Trainingseinheit in Ägypten, beschließen die Briten, in die Gallipoli Halbinsel einzufallen, um von dort die Dardanellen Meerenge zu überwinden, die Hauptstadt Konstantinopel (heute Istanbul) einzunehmen und schlussendlich das Osmanische Reich zu besiegen. Am 25. April landet die Mediterranean Expeditionary Force (MEF), ein Kampfverband aus Briten, Australien, Neuseeländern, Iren, Franzosen, Indern und Neufundländern, an der südlichen Spitze der Gallipoli Halbinsel. Die Anzacs greifen 20 km weiter nördlich an. Aufgrund eines Navigationsfehlers landen die Truppen jedoch 2 km von der geplanten Stelle entfernt. Anstelle einer flachen Küstenlinie finden sie sich an einer schmalen Bucht umgeben von steilen Felsen wieder. Die Bucht sollte als „Anzac Cove“ in die Geschichte eingehen. Oberhalb der Bucht warten bereits die starken osmanischen Soldaten. Ein aussichtsloser Kampf für beide Seiten beginnt. Hitze, Fliegen, unzureichende Verpflegung und Krankheiten machen den Soldaten zu schaffen. Die Kämpfe dauern noch bis zum 22. November an, dann entschließen sich die Briten zum Rückzug. Nicht zurückgekehrt sind 44.000 Soldaten, darunter mehr als 8.700 Australier und 2779 Neuseeländer. Das Osmanische Reich verliert 87.000 junge Männer.

Heute wird noch immer vom „Spirit of Anzac“, dem Geiste Anzacs gesprochen. Viele bezeichnen den „Anzac Day“ auch als Geburtstunde für die neuseeländsische Identität als eigenständige Nation. Jedes Jahr am 25. April finden verschiende Gedenkveranstaltungen und Feierlichkeiten statt. Sowohl in Australien und Neuseeland, als auch in der Türkei. In 2011 hat Hausch & Partner einen Austausch zwischen Australischen, Neuseeländischen und Türkischen Schülern ins Leben gerufen, der zwar nicht mehr von uns betreut wird,  aber weiterhin fortbesteht und zur Völkerverständigung beiträgt.

Die rote Mohnblume, die man in Neuseeland und Australien im Zusammenhang mit dem Anzac Day sieht, steht übrigens als Andenken für die gefallenen Soldaten.

Wer mehr über den Anzac-Day lesen möchte, wird hier fündig:

New Zealand History – Anzac Day

New Zealand History – Gallipoli Campaign

NZOnScree – Video „Children of Gallipoli“

Hausch & Partner – Tears of Gallipoli




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