Lake Tekapo am Waitangi Day

Heute feiert Neuseeland den Waitangi Day. Am 6. Februar 1840 unterschrieben 43 Maori-Häuptlinge den Treaty of Waitangi. Von nun an war Neuseeland Teil des britischen Reichs. Der Vertrag garantierte den Maori die Rechte auf ihr Land und gab ihnen die Rechte britischer Bürger. Später führte der Vertrag zu einigen Dikussionen, da die Maori ihn als heiligen Pakt ansahen, währen die Pakeha (weiße Neuseeländer) ihn über viele Jahre ignorierten. Außerdem wichen die Maori-Version und die englische Übersetzung teilweise voneinander ab, was ebenfalls zu Streitigkeiten führte. Erst im frühen zwanzigsten Jahrhundert fingen einige Pakeha an, ihn als Gründungsdokument ihrer Nation und Symbol der britischen Humanität anzusehen. Heute sind die Pakeha stolz auf die reiche Maori-Kultur, sodass der Waitangi Day vielerorts von Maori und Pakeha gemeinsam feierlich begangen wird.

Während die Kiwis also ihren freien Tag genießen, machen wir uns auf den Weg zum Lake Tekapo. Die Route führt durchs Inland vorbei am Peel Forrest. Zwischen den Ausläufen der Southern Alps und dem Rangitata River stehen Totara-, Kahikatea- und Matai-Bäume, die Hunderte Jahre alt sind. Einer der Totara-Bäume ist über 1000 Jahre alt, 31 m hoch und hat einen Stammumfang von 9 m. Wir gehen den „Big Tree Walk“ und versuchen auf dem Weg durch den Urwald eine der unzähligen einheimischen Vogelarten zu sehen. Diese tragen so exotische Namen wie Grünschlüpfer, Maori-Fruchttaube, Maori-Glockenhonigfresser oder Neuseelandfächerschwanz. Leider hören wir sie nur, können aber zwischen all dem Grün keinen Vogel ausmachen.

Unsere weitere Route führt durch die hübschen Dörfer Geraldine und Fairlie. Während heute kein Feiertag, hätte ich die Geraldine High School besucht, an der schon einige unserer Schüler gelernt haben. So machten wir aber nur einen Zwischenstopp in Fairlie, wo es in der lokalen Bäckerei angeblich mit die besten Pies des Landes gibt. Wenn man nach der Anzahl der Menschen geht, die sich vor dem kleinen Café drängen, muss etwas an diesem Gerücht dran sein. Wir entscheiden uns für die Steak & Cheese-Variante und sind für die nächste halbe Stunde im Pie-Himmel. Viele von euch werden vermutlich noch nie in ihrem Leben Pie gegessen haben. Für mich ist es völlig unverständlich, warum wir Deutschen so etwas wunderbares nicht schon längst importiert haben…

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Von Fairlie aus ist es nur noch ein kurzer Hüpfer bis nach Tekapo. Nach dem letzten Hügel bietet sich uns ein unverstellter Blick auf das türkisblaue Wasser des Sees. Leider ist es ein bisschen bewölkt, sodass die Berge him Hintergrund nur schemenhaft zu erkennen sind. Dass die Sonne nur teilweise scheint macht jedoch nichts und der bedeckte Himmel sorgt für eine mystische Atmosphäre.  Das Wahrzeichen des Lake Tekapo ist die kleine „Church of the Good Shepherd“, die seit 1935 direkt am See steht. Direkt hinter dem Altar befindet sich ein Panoramafenster, sodass die Gottesdienstbesucher direkt auf den See blicken. Direkt neben der Kirche steht außerdem die steinerne Statue eines Collies, die ein Ehrendenkmal für die Hütehunde darstellt. Diese spielten eine wichtige Rolle bei der Erschließung des Mackenzie-Beckens.

Es ist schwer den Blick von dem leuchtend türkisen Wasser des Lake Tekapo abzuwenden. Die Farbe entsteht übrigens durch das Sediment des Sees. Das Becken des Sees wurde ausgehöhlt, als Gletscher mit Steinen an der Unterseite über die Erdoberfläche wanderten. Durch die Reibung von Stein auf Stein wurden feine Partikel abgeschmirgelt, die sich mit dem Schmelzwasser des Gletschers vermischten. Durch dieses Sediment bekommt das Wasser ein milchiges Aussehen. Das  Licht der Sonnenstrahlen wird gebrochen und eine leuchtende Farbe entsteht.

Nun hoffen wir auf eine klare Nacht. Seit 2012 gehört das Aoraki-Mackenzie-Gebiet nämlich zum International Dark Sky Reserve und ist damit eins von fünf Lichtschutzgebiete, die es weltweit gibt. Es gibt also kaum einen besseren Ort, um Sterne zu gucken.

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