Student Story – Lea Sophie schreibt über das Tongariro Crossing

Mit Auto und Bus bin ich gemeinsam mit meiner Mutter zum Startpunkt der als schönsten geltenden Eintageswanderungen Neuseelands gefahren. Diese Tour ist 19,4 km lang und dauert ohne Pause von dem Startpunkt, zu dem man vom Parkplatz per Bus gebracht wird, 6 ½ Stunden. Sie sollte aber nur bei gutem Wetter begangen werden, da man sonst erstens nichts sieht und es zweitens rutschige Passagen gibt, wo man sich sonst stark verletzen könnte. Wir hatten Glück mit dem Wetter und die Sonne strahlte vom blauen Himmel. Dementsprechend waren auch eine Menge Leute unterwegs, doch durch die weite Stecke verläuft sich das angenehm.

Die erste Stunde ist angenehm flach und man läuft über ein Lavafeld, auf dem große Gesteinsbrocken vom letzten Ausbruch liegen. Nach einem Foto an einem kleinen Wasserfall – den Soda Springs – inmitten der eigentlich nahezu toten Landschaft geht es den ersten steilen Abschnitt hinauf. Zahlreiche Stufen sind an dem sogenannten Devil’s Staircase zu überwinden, aber der Ausblick wird immer gigantischer. Und wie es auf dem Weg – Flyer so schön steht: „One step after the other. You can do it!“ Oben angekommen ist Zeit für eine kurze Pause und wer meint noch mehr wandern zu müssen, kann noch den angrenzenden immer noch aktiven Vulkan Mt Ngauruhoe besteigen. Ich würde es nicht empfehlen, denn danach sind immer noch 16 km zu wandern und der Aufstieg würden noch 2 ½ Stunden mehr bedeuten. Zudem ist der Anstieg extrem steil und wegen Steinschlaggefahr sehr gefährlich. Wer dennoch den Reiz verspürt hinaufsteigen zu wollen, sollte sich überlegen dies an einem anderen Tag in einer extra Tour zu machen.

Im Anschluss macht man sich auf den Weg zum roten Krater – dem höchsten Punkt der Wanderung. Und dieser Teil ist der Hammer. Man blickt in einen Krater hinein, der aussieht wie ein einziges Gemälde aus Rottönen. Zudem hat man einen tollen Blick auf den Blue Lake sowie den Emerald Lakes mit ihren schwefelhaltigen Ufern. An diesen entlang geht es dann, nachdem man den Red Crater zunächst mehr runter gerutscht als gelaufen ist, dem Abstieg entgegen. Am Ufer des Blue Lake bietet sich ein gemütlicher Punkt, um Lunch zu haben. Nach einer guten Stärkung geht es dann dem langen Abstieg entgegen, wofür man nochmal 2 ½ -3 Stunden einrechnen muss. Und das obwohl man sich dem ENDE ab hier eigentlich schon recht Nahe fühlt, denn wenn man den See umrundet hat, ist bereits die Straße zum Parkplatz erkennbar. Doch der Weg schlängelt sich zunächst eine Stunde lang zu einer kleinen Hütte hinab und anschließend noch eine Stunde weiter den Hügel hinunter bevor man noch eine Stunde durch einen Urwald ähnlichen Wald marschiert. Eigentlich Wahnsinn wie auf dieser Seite des Berges wieder so etwas wachsen kann, wo auf der anderen doch alles so durch den Vulkan bestimmt wird.

Nach diesem langen Abstieg kommt man dann endlich beim Parkplatz an und freut sich sehr sein Auto zu sehen. Die Rückfahrt ist dann geprägt von Mündigkeit, aber auch von der Freude über diese tolle, einzigartige Wanderung.

Resultat: Unglaublich beeindruckende Strecke mit Einblicken, die selbst wir als Wandermäuse noch nie gesehen haben. Allerdings zwei Stunden zu lang. Auf jeden FALL genügend Wasser einpacken und auch Sonnenschutz, denn man läuft stets in der prallen Sonne.

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Whangarei Boys‘ und Whangarei Girls‘

Gestern sind wir von Dunedin aus wieder zurück nach Auckland geflogen und haben die letzte Nacht in Whangarei verbracht, der einzigen Stadt in Northland. Whangarei liegt direkt am Wasser und hat einen hübschen Jachthafen. Die kleinen Buchten rund um die Städtchen herum, laden zum Schwimmen und Kayak fahren ein. Nicht weit entfernt liegen außerdem wunderschöne Strände, an denen man surfen kann. Unsere Schüler, die es ihren ganzen Aufenthalt über möglichst warm haben wollen, können hier unter anderem die Whangarei Boys‘ High School oder die Whangarei Girls‘ High School besuchen. Beide Schulen habe ich mir heute angeschaut. Sie liegen übrigens nur wenige Minuten zu Fuß voneinander entfernt, sodass viele Aktivitäten auch gemeinsam geplant und unternommen werden.

Ca. 1100 Jungen besuchen die Whangarei Boys‘ High School, die bereits 1879 gegründet wurde und damit zu den traditionelleren Schulen Neuseelands gehört. Die Schüler können wählen, ob sie im Internat oder in einer Gastfamilie wohnen möchten. Die Zimmer im Internat sind einfach gehalten; jeder der ca. 80 Schüler hat nur ein Bett, einen Schreibtisch und einen kleinen Schrank zur Verfügung. Die Schüler der Jahrgänge 11, 12 und 13 haben Einzelzimmer, die jedoch nur mit einem Vorhang und nicht mit einer Tür abgetrennt sind. Dafür liegt jedoch direkt hinter den Schlafräumen der große Pool, der von den Internatsschülern nach dem Unterricht genutzt werden darf. Das gleiche gilt für die großen Sportplätze, die sich ebenfalls dort befinden. Die Schule hat sogar eine kleine eigene Driving Range, auf der die Schüler trainieren können, die an der Golf Aademie teilnehmen. Für diese wurde kürzlich ein neuer Trainer eingestellt. Natürlich wird im Rahmen der Akademie auch auf richtigen Golfplätzen trainiert, die in unmittelbarer Umgebung liegen.

Mit ca. 37% ist der Anteil der Maori-Schüler sehr hoch. Dies liegt daran, dass im Northland viele Stämme leben. Wer sich also für die Maori-Kultur interessiert, wird an der Whangarei Boys‘ High School viel darüber lernen können.

Whangarei Boys‘ High School Homepage

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Auch die Schülerinnen an der Whangarei Girls‘ High School können zwischen Internat und Gastfamilie wählen. Die Schule hat ein Performing Arts Center for Drama and Dance – Theater und Tanz gehören zu den Stärken der Schule, wie auch alle künstlerischen Fächer. Besonders beliebt ist das Fach Fashion Design, in welchem die Mädchen ihre eigenen Kleider entwerfen und nähen können. Wer viel Bewegung braucht kann zwischen 30 unterschiedlichen Sportarten auswählen. Whangarei Girls‘ erbringt unter anderem im Hockey regelmäßig spitzenleistungen. Das International Team versucht Schülerinnen, die gerne reiten möchten, in einer Gastfamilie mit Pferden unterzubringen. Im Rahmen des Fachs Outdoor Education werden häufig Ausflüge unternommen, bei denen man aktiv die wunderschöne Natur des Northlands erleben kann.

Whangarei Girls‘ High School Homepage

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Otago Peninsula

Wer Neuseelands Tierwelt in freier Natur erleben möchte, darf auf keinen Fall die Otago Peninsula auslassen. Von Dunedins Innenstadt fährt man nur eine halbe Stunde bis zu der Halbinsel. Hier kann man Seebären, Albatrosse und mit etwas Glück sogar Pinguine beobachten. Zum Royal Albatross Centre fährt man die Küstenstraße entlang bis zum Taiaroa Head, dem nördlichsten Zipfel der Halbinsel. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf den Hafen von Dunedin. Vor allem gibt es am Taiaroa Head aber die weltweit einzige auf dem Festland lebende Kolonie von Königsalbatrossen. Und tatsächlich, über unseren Köpfen sehen wir schon nach kurzer Zeit einen der majestätischen Seevögel. Mit einer Flügelspannweite von mindestens 2 m (teilweise sogar über 3,5 m) übertreffen Albatrosse jede andere lebende Vogelart. Sie können ein Gewicht von 12 kg erreichen und gehören zu den schwersten flugfähigen Vögeln.

Direkt beim Royal Albatross Centre liegt auch der Pilots Beach. Erst sieht man nur Steine, bis man feststellt, dass sich darauf Seebären in der Sonne aalen. Einige von ihnen watscheln sogar recht aufgeweckt durch die Gegend. Darunter eine Mutter mit ihrem Jungen.

Pinguine sehen wir an diesem Tag leider nicht. Das liegt aber wahrscheinlich daran, dass wir zu früh da sind. Tagsüber sind die Tiere auf Futtersuche und kehren erst in der Abenddämmerung zum Strand zurück.

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Taieri College und Otago Boys‘ HS

Nur 20 Minuten von Dunedin entfernt, liegt das Taieri College in Mosgiel. Hier bekommt man alles was man braucht. Wenn einem aber doch mal nach einer größeren Stadt ist, kann man in einen der Busse steigen, die regelmäßig nach Dunedin fahren.

Das Taieri College ist eine äußerst moderne Schule. Letztes Jahr wurden viele der Gebäude komplett renoviert. Die Turnhalle wurde komplett neu gebaut. Knapp 1050 Jungen und Mädchen der Jahrgänge 7-13 besuchen die Schule.

Eine Besonderheit der Schule ist die Primary Industry Trade Academy. Nur 40 Schulen in Neuseeland bieten dieses Programm an.Schüler, die an der Akademie teilnehmen gewinnen einen Einblick in die Bereiche Agrarwirtschaft, Gartenbau und Fortwirtschaft. Neben dem Theorieunterricht sammeln die Schüler praktische Erfahrungen auf Farmen, Baumschulen, Obstplantagen und in verarbeitenden Betrieben. Einmal die Woche arbeiten die Schüler in  einem Betrieb ihrer Wahl.

Ein weiterer sehr beliebter Kurs ist kochen. Natürlich kommen auch die akademischen Fächer nicht zu kurz. In der neuen Bibliothek gibt es sogar extra Räume für virtuellen Unterricht, falls Schüler z.B. eine Fremdsprache erlernen möchten, die an der Schule selber nicht angeboten wird.

Sportler können sich u.a. auf den schuleigenen Tennisplätzen oder im Schwimmbad austoben. Ganz in der Nähe befindet sich außerdem ein Reitverein. Die Gegend um Mosgiel herum ist bei Radfahrern besonders beliebt und auf dem nahe gelegenen See wird gerudert. Bis zu nächsten Strand ist es auch nicht weit.

Wer gerne eine Mischung aus Land- und Stadtleben haben möchte, ist am Taieri College bestens aufgehoben.

Taieri College Homepage

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Mitten in Dunedin liegt eine der traditionsreichsten Schulen Neuseelands: die Otago Boys‘ High School. Bei dem imposanten Hauptgebäude muss man ein wenig an Harry Potter denken. Seit 1863 wird hier sehr erfolgreich unterricht. Heute besuchen 740 Jungen die Schule. Einige von ihnen leben im Internat, während andere nur als Tagesschüler kommen. Unsere Schüler können sich aussuchen, ob sie ins Internat möchten oder in eine Gastfamilie. Die Unterkünfte für die Internatsschüler befinden nur 10 Minuten von der Schule entfernt. Das Essen im Internat schmeckt unseren Jungs übrigens sehr gut. Es fiel schonmal das Wort „Mastbetrieb“ – jedoch im postiven Sinne. Neben den akademischen Fächern spielt der Sport eine besonders große Rolle. Die Schule  bietet ein tolles Outdoor Education Programm und in ihrer Freizeit können die Jungs aus 20 verschiedenen Sportarten auswählen. Die Schule ist unter anderem im Hockey sehr stark. Aufgrund der Nähe zum Wasser, werden auch viele Aktivitäten auf und im Wasser angeboten. Wer Intersse an künstlerischen Fächern hat, wird hier ebenfalls gefördert.

Die Otago Boys‘ High School ist sicherlich eine der schönsten Schulen Neuseelands und hat augrund ihrer langen Tradition eine besondere Ausstrahlung.

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Otago Boys‘ High School Hompage

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Queenstown – die Stadt für Abenteurer

Wer Abenteuer sucht, sollte nach Queenstown reisen. Die Stadt ist das Mekka für alle Adrenalin-Junkies, aber auch für „normale“ Touristen, die mal etwas wagen möchten. Dementsprechend voll ist es hier auch. Man hat das Gefühl, dass in Queenstown mehr Deutsche, Japaner und Chinesen unterwegs sind, als Kiwis. Und so ist es wahrscheinlich auch. Aber dennoch hat die Stadt Charme. Der strahlend blaue Lake Wakatipu und die Gipfel der „Remarkables“ sind eine Bilderbuchkulisse für all die verrückten Dinge, die die Leute hier tun. Der Lake Wakatipu ist übrigens nicht nur sehr tief (bis zu 379m), sondern auch sehr sauber. Mit einem Reinheitsgrad von 99,9%, könnte man ohne Bedenken daraus trinken.

Mit der Gondel geht es zur „Skyline“ hoch. Von dort kann man bei einem Kaffee den wunderbaren Blick über die Stadt genießen und sich in Ruhe überlegen, wie man den Tag verbringen möchte.

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Bungyjumping und Paraglyding gehören fast schon zu den langweiligeren Aktivitäten. Die meisten Leute, lassen sich lediglich zu einer Fahrt mit dem Jet Boat auf dem Shotover River  hinreißen. Wer etwas experimentierfreudiger ist, wagt eine Fahrt mit der „Shark Machine“ (siehe Video) oder mit dem Flyboard.

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Wer es ganz ruhig mag, kann den See von einem Tretboot oder Kayak aus genießen. Außerdem fahren mehrere Ausflugsboote in regelmäßigen Abständen über den See. Eins davon ist das alte Dampfschiff „TSS Earnslaw“. Wenn man kein Fan von Butterfahrten ist, sollte man sich jedoch lieber für eine andere Tour entscheiden. Schön ist auch ein Spaziergang durch Queenstowns Park mit einem Rosengarten und einer Frisbee Golf-Anlage.

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Als Ausgleich zum Trubel der Stadt lohnt sich ein Abstecher in den kleinen Ort Glenorchy. Knapp 30km windet sich die Küstenstraße den Lake Wakatipu entlang. Hier ist die Fahrt eigentlich das Ziel. Am liebsten möchte man alle 200 Meter anhalten, um ein Foto zu machen.Doch auch wenn Glenorchy klein ist, hat es einiges zu bieten. Beliebt ist Wasserport auf dem Dart River oder ein Ausritt durch Lothlórien und Isengard – hier befinden sich nämlich auch Drehorte der „Herr der Ringe“-Filme.

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Ein Tag in Queenstown macht definitiv hungrig. Das sieht man an der langen Schlange, die sich vor „Ferg Burger“ bildet. Zwanzig Minuten steht man für seinen Burger an. „Wer macht das?“ fragen wir uns – und beißen zwanzig Minuten später voller Glückseligkeit in einen riesigen Burger, während wir auf den See hinaus blicken. Was sind schon zwanzig Minuten?

Mount Aspiring College und Cromwell College

Bevor wir Wanaka verließen, besuchten wir heute noch das Mount Aspiring College. Die Schule haben wir schon seit vielen Jahren im Programm. Claire Easterbrook, die sich dort um die Internationals kümmert, ist eine der lustigsten Kiwis, die ich kenne. Wer Heimweh hat kann sich sicher sein, dass sie einen wieder zum lachen bringt. Und zur Not hat sie immer einen großen Vorrat Schokolade bei sich im Büro.

Das Mount Aspiring College wird von ca. 840 Jungen und Mädchen besucht und hat nur 23 internationale Schüler. Dies erleichtert die Integration erheblich. Besonders beeindruckend ist das Outdoor Education Programm der Schule. Schneehöhlen bauen, Kayak fahren und Klettern sind nur einige der Aktivitäten, die die junge und äußerst enthusiastische Lehrerin mit ihren Schülerin unternimmt. Während die einheimischen Schüler im November ihre Prüfungen schreiben, ist sie drei Wochen mit den Internationals in der Natur unterwegs. Die Schule hat sogar einen eigenen Indoor-Pool und ein neues Tanz-Studio. Performing Arts und Musik gehören ebenfalls zu den Stärken des Mount Aspiring College. Von den Klassenräumen hat man teilweise einen unverstellten Blick auf die Berge. Kein Wunder, dass hier alle so fröhlich sind.

Mount Aspiring College Prospectus

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Von Wanaka fuhren weiter nach Cromwell, um uns dort das Cromwell College anzusehen. Der kleine Ort liegt ebenfalls direkt an einem See, auf dem allerlei Wassersport betrieben werden kann. Einer der Lehrer gehörte sogar zum neuseeländischen Nationalteam im Segeln. Auch hier wird Outdoor Education groß geschrieben. Wer nicht in einer Gastfamilie leben möchte, hat kann in einem betreuten Schüler-Appartment wohnen. Diese Möglichkeit ist einzigartig in Neuseeland. 18 Schüler leben in den Appartments, die nur fünf Minuten von der Schule entfernt liegen. Die meisten von ihnen sind Kiwis. Alle Schüler, die in einem der Appartments wohnen, nehmen am Outdoor Education Programm teil. Jeden Sonntag geht es raus in die Natur. Außerdem lernt man hier Selbstständigkeit. Wer sich für eins der Appartments entscheidet, kann danach garantiert richtig gut kochen. Dafür sorgt der Betreuer, der mit auf dem Campus wohnt und ehemals kochen unterrichtet hat. Da man ständig mit anderen Schülern zusammen ist, wird es nie langweilig.

Cromwell College Homepage

Cromwell College auf Facebook

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Das Mount Aspiring College als auch das Cromwell College sind tolle Schulen für jeden, der viel Outdoor Action, sowohl auf dem Wasser als auch in den Bergen erleben möchte. Außerdem herrscht an beiden Schulen eine sehr familiäre Atmosphäre.

Rob Roy Glacier Track

Auf der Strecke vom Lake Tekapo nach Wanaka genossen wir heute ein wunderschönes Bergpanorama, dass uns schon auf unsere geplante Wanderung einstimmte. Da wir das Tongariro Crossing nicht machen konnten, haben wir uns als Wiedergutmachung den Rob Roy Glacier Track im Mt Aspiring National Park ausgeguckt. Schon der Name klingt nach Abenteuer, findet ihr nicht?

Von Wanaka aus fahren wir eine Stunde durch das Matukituki Valley. Davon sind 30 km Schotterstraße mit Schlaglöchern und mehreren Furten, die unserem SUV einiges abverlangen. Als wir am Rasperry Creek Car Park ankommen sieht unser Auto aus wie nach einer mehrtägigen Tour durch das australische Outback. Mit einem ordentlichen Schuss Adrenalin im Blut, schnüren wir voller Enthusiasmus unsere Wanderschuhe.

Die ersten 15 Minuten geht es den Matukituki River entlang bis zu einer Hängebrücke.

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Dort überqueren wir den Fluss und schlagen den Pfad durch den dichten Buchenwald ein, dessen Unterholz aus Farnen und Moos besteht. Links vom Weg rauscht der Rob Roy Stream über große Felsbrocken den Berg hinab. Die Sonne sucht sich immer wieder eine Lücke zwischen den Baumkronen des Bergregenwaldes und glänzt auf dem kristallklaren Wasser. Die Farne werden nach und nach durch eine alpine Vegetation mit gelben Wiesenblumen am Wegesrand abgelöst und hier und da kann man schon einen Blick auf den Rob Roy Gletscher und den Rob Roy Peak erhaschen.

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Oben angekommen bietet sich uns ein atemberaubendes Bergpanorama. Über uns glitzert der Gletscher und das Schmelzwasser stürtzt in vielen kleinen Wasserfällen die steilen Felswände hinunter. Am liebsten würden wir hier oben bleiben und warten bis die anderen Wanderer weg sind, um dieses Fleckchen Erde für uns allein zu haben.

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Da wir jedoch kein Zelt dabei haben, finden wir uns nach 3 1/2 stündiger Wanderung letztendlich doch am Rasperry Creek Car Park wieder.

Wie das Tongariro Crossing ist, kann ich euch leider immernoch nicht sagen. Der Rob Roy Glacier Track fühlt sich aber genau so an, wie er klingt: nach Abenteuer und Wildniss.

Lake Tekapo am Waitangi Day

Heute feiert Neuseeland den Waitangi Day. Am 6. Februar 1840 unterschrieben 43 Maori-Häuptlinge den Treaty of Waitangi. Von nun an war Neuseeland Teil des britischen Reichs. Der Vertrag garantierte den Maori die Rechte auf ihr Land und gab ihnen die Rechte britischer Bürger. Später führte der Vertrag zu einigen Dikussionen, da die Maori ihn als heiligen Pakt ansahen, währen die Pakeha (weiße Neuseeländer) ihn über viele Jahre ignorierten. Außerdem wichen die Maori-Version und die englische Übersetzung teilweise voneinander ab, was ebenfalls zu Streitigkeiten führte. Erst im frühen zwanzigsten Jahrhundert fingen einige Pakeha an, ihn als Gründungsdokument ihrer Nation und Symbol der britischen Humanität anzusehen. Heute sind die Pakeha stolz auf die reiche Maori-Kultur, sodass der Waitangi Day vielerorts von Maori und Pakeha gemeinsam feierlich begangen wird.

Während die Kiwis also ihren freien Tag genießen, machen wir uns auf den Weg zum Lake Tekapo. Die Route führt durchs Inland vorbei am Peel Forrest. Zwischen den Ausläufen der Southern Alps und dem Rangitata River stehen Totara-, Kahikatea- und Matai-Bäume, die Hunderte Jahre alt sind. Einer der Totara-Bäume ist über 1000 Jahre alt, 31 m hoch und hat einen Stammumfang von 9 m. Wir gehen den „Big Tree Walk“ und versuchen auf dem Weg durch den Urwald eine der unzähligen einheimischen Vogelarten zu sehen. Diese tragen so exotische Namen wie Grünschlüpfer, Maori-Fruchttaube, Maori-Glockenhonigfresser oder Neuseelandfächerschwanz. Leider hören wir sie nur, können aber zwischen all dem Grün keinen Vogel ausmachen.

Unsere weitere Route führt durch die hübschen Dörfer Geraldine und Fairlie. Während heute kein Feiertag, hätte ich die Geraldine High School besucht, an der schon einige unserer Schüler gelernt haben. So machten wir aber nur einen Zwischenstopp in Fairlie, wo es in der lokalen Bäckerei angeblich mit die besten Pies des Landes gibt. Wenn man nach der Anzahl der Menschen geht, die sich vor dem kleinen Café drängen, muss etwas an diesem Gerücht dran sein. Wir entscheiden uns für die Steak & Cheese-Variante und sind für die nächste halbe Stunde im Pie-Himmel. Viele von euch werden vermutlich noch nie in ihrem Leben Pie gegessen haben. Für mich ist es völlig unverständlich, warum wir Deutschen so etwas wunderbares nicht schon längst importiert haben…

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Von Fairlie aus ist es nur noch ein kurzer Hüpfer bis nach Tekapo. Nach dem letzten Hügel bietet sich uns ein unverstellter Blick auf das türkisblaue Wasser des Sees. Leider ist es ein bisschen bewölkt, sodass die Berge him Hintergrund nur schemenhaft zu erkennen sind. Dass die Sonne nur teilweise scheint macht jedoch nichts und der bedeckte Himmel sorgt für eine mystische Atmosphäre.  Das Wahrzeichen des Lake Tekapo ist die kleine „Church of the Good Shepherd“, die seit 1935 direkt am See steht. Direkt hinter dem Altar befindet sich ein Panoramafenster, sodass die Gottesdienstbesucher direkt auf den See blicken. Direkt neben der Kirche steht außerdem die steinerne Statue eines Collies, die ein Ehrendenkmal für die Hütehunde darstellt. Diese spielten eine wichtige Rolle bei der Erschließung des Mackenzie-Beckens.

Es ist schwer den Blick von dem leuchtend türkisen Wasser des Lake Tekapo abzuwenden. Die Farbe entsteht übrigens durch das Sediment des Sees. Das Becken des Sees wurde ausgehöhlt, als Gletscher mit Steinen an der Unterseite über die Erdoberfläche wanderten. Durch die Reibung von Stein auf Stein wurden feine Partikel abgeschmirgelt, die sich mit dem Schmelzwasser des Gletschers vermischten. Durch dieses Sediment bekommt das Wasser ein milchiges Aussehen. Das  Licht der Sonnenstrahlen wird gebrochen und eine leuchtende Farbe entsteht.

Nun hoffen wir auf eine klare Nacht. Seit 2012 gehört das Aoraki-Mackenzie-Gebiet nämlich zum International Dark Sky Reserve und ist damit eins von fünf Lichtschutzgebiete, die es weltweit gibt. Es gibt also kaum einen besseren Ort, um Sterne zu gucken.

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Hidden Sectrets: Oxford and Darfield

Nach unserer Stadtrundfahrt durch Christchurch fuhren wir gestern noch raus aufs Land nach Oxford. Der kleine Ort mit ca. 3.000 Einwohnern wurde schon als Neuseelands schönstes Dorf ausgezeichnet. Da es bei unserer Ankunft schon recht spät war, warteten wir mit der Erkundung bis heute morgen. Nach dem Frühstück holen uns Suzette und ihr Mann ab. Damals war sie mein Dean und meine Hockeytrainerin am Rangitoto College, heute betreut sie unter anderem das International Program an der Oxford Area School. Manchmal werde ich von unseren Familien gefragt, für welche Schule ich mich heute entscheiden würde. Es wäre sicherlich eine Schule wie die Oxford Area School oder die Darfield High School, von der ich später erzählen werde. Ca. 500 Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 13 besuchen die Oxford Area School. Die Schule hat eins der besten Outdoor Education Programme des Landes. Schüler, die sich für Astronomie interessieren, können das Observatorium auf dem Schulgelände nutzen, um die Sterne zu beobachten. Suzette fährt mit uns zu Ahleys Gorge, wo die Schule ein Naturschutzprojekt unterhält. Interntionale Schüler, die die Oxford Area School besuchen, haben die Möglichkeit im Rahmen des „Academic Plus Volunteer“-Programms in dem Projekt mitzuwirken oder in der Grundschule mitzuhelfen. Aufgrund der Größe des Ortes wird man schnell in die Dorfgemeinschaft integriert. Hier kennt jeder jeden. Das merken wir, als wir später den sonntäglichen Farmers Market besuchen. Neben Kirschen, selbtgemachter Reh-Wurst und Honig, kann man hier auch echte Alpacas kaufen. Die Versuchung ist groß, aber am Ende entscheiden wir uns doch nur für die Kirschen.

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Nachdem uns Suzette noch mit einem Lunch-Paket versorgt hat, machen wir uns auf den Weg nach Darfield. Unterwegs halten wir für ein Picknick am Waimakariri Gorge und schauen den Kiwis dabei zu, wie sie mit ihren Motorboten den Fluss entlangjagen.

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Mittags treffen wir Nicola und Sarah, die unsere Schüler an der Darfield High School betreuen. Der Ort ist ähnlich groß wie Oxford, die Schule nur wenig größer als die Oxford Area School. Da viele Schüler aus Farmer-Familien kommen, gibt es hier das Schulfach „Landwirtschaft“. Es gibt sogar einen Bereich auf dem Schulgelände, auf dem die Schüler lernen können, wie man Farm-Bikes sicher über einen Hügel steuert. Die Schule hat moderne Sportplätze und unternimmt im Rahmen des Outdoor Educations Programm viele Ausflüge in die Umgebung. Im letzten Winter ging es zum Beispiel in die Berge zum Schneehöhlen bauen.

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Auch Ausritte werden regelmäßig unternommen. Einen der Treks testen wir mit Nicola und Sarah. In glühender Hitze geht es zwei Stunden bergauf- und bergab über Schafweiden und durch kleine Waldstücke. Vom Otamara Lookout Point hat man einen atemberaubenden Blick über den Waimakariri Canyon.

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Warum ich mich für Oxford oder Darfield entscheiden würde? Hier kann man in das neuseeländische Landleben eintauchen und teil einer engen Kiwi-Gemeinschaft werden, die einen mit offenen Armen aufnehmen wird.

Christchurch – die wiederbelebte Schöne

Heute ging es mit dem Flieger auf die Südinsel runter nach Christchurch. Seit 2010/2011 verbinden viele mit dieser Stadt leider nur die Wörter Erdbeben und Zerstörung. Dabei ist Christchurch eine junge und innovative Stadt im Aufbruch. Wo zerstörte Häuser abgerissen wurden und freie Plätze entstanden, verziert Street Art die Wände, bis etwas neues gebaut wird. An anderer Stelle werden die Flächen übergangsweise als Spielplatz genutzt. Größtenteils wurden die Ruinen jedoch bereits durch moderne Gebäude ersetzt. Christchurch wird übrigens auch „Garden City“ genannt. Den größten Park bildet mit rund 30 Hektar der Botanische Garten, der direkt am Avon River liegt.

Wir haben das Glück, in den Genuss einer exklusiven Stadtrundfahrt mit Louise und Lisa zu bekommen, die für die internationalen Schülerinnen an der Avonside Girls‘ High School zuständig sind. Sophie, die von uns das Stipendium für die Schule bekommen hat, holen wir von ihrer Gastmutter ab, damit sie auch dabei sein kann. Sobald man die Innenstadt verlässt, sieht man die vielen schönen Wohngegenden. Diese fallen durch viel grün und ordentlich angelegte Vorgärten auf.  Wir fahren zum Cashmere Hill Lookout. Von dort wird einem auch die einzigartige Lage der Stadt erst richtig bewusst. Wer in Christchurch wohnt, kann an nur einem Tag am Strand sitzen und in den Bergen wandern. Über den Hügel fahren wir runter zu dem kleinen Hafenstädtchen Littleton und von dort runter zum Sumner Beach. Hier tobt das Strandleben und wir schauen mit einem Eis in der Hand den Surfern zu.

Vor sechs Jahren ging es dieser Stadt nicht gut. Sie lag am Boden. Aber die Menschen, die hier wohnen, haben ihr neues Leben eingehaucht und sie wiederbelebt. Ein Besuch lohnt sich!

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